Rock and Snow Tour

Rock and Snow Tour – mit dem Bus quer durch die Alpen

Urlaub im März heißt für uns entweder Skihochtouren oder in die Klettersaison in Italien starten, prinzipiell wäre beides möglich. Da wir uns jedoch zwischen beiden Aktivitäten nicht entscheiden können, leihen wir uns einen Bus für die maximale Flexibilität aus. Für zehn Tage erhalten wir von LionCamper einen top ausgestatteten California Beach Van und können somit nach Lust und Wetter auf unsere Rock and Snow Tour entscheiden.

Skitouren auf unsere Rock and Snow Tour

Erster Halt Hundstein 2.117m – # Projekt 108 Gipfel

Frau mit hoch gestreckten Armen vor dem Gipfelkreuz am Hundstein der Rock and Snow Tour


Doch ohne Planung geht‘s bei uns nicht los, zumindest grob legen wir unsere ersten Skitourenziele in den Hohen Tauern fest. Ein kleiner Gipfel aus unserem #108Gipfel Projekt bildet zum Eingehen den Auftakt unserer Rock and Snow Tour. Der Hundstein ist mit 2.117 m der höchste Gipfel der Salzburger Schieferalpen und man kann diesen gemütlich mit Liftunterstützung aus dem Skigebiet angehen.

Wir starten jedoch von unten und laufen am Pistenrand durch das wenig befahrene Skigebiet hoch. Am höchsten Punkt des Skigebiet können wir unser Tagesziel erblicken und sind doch etwas eingeschüchtert. Die Ostflanke mit darüberliegender Wechte möchten wir nur ungern queren. Ein Blick auf die Karte verrät, dass unser Weg zum Glück auf der anderen Seite liegt. Auf schmalen Schneestreifen arbeiten wir uns mit den Skiern zum Gipfel hoch, wenigstens braucht man sich bei der geringen Schneelage westseitig keine Gedanken über Lawinen machen. Den 360° Ausblick am Gipfel zu den Hohen Tauern und zum Hochkönig genießen wir ganz alleine, was für ein schöner Skitourenberg.

Die ersten Spuren auf der frischen Piste bei Sonnenuntergang

Die Abfahrt verlangt aber unsere volle Konzentration, denn durch den wenigen Schnee verbleibt auf dem Pfad nur ein schmaler Streifen, seitlich davon geht es ziemlich bergab also lieber nicht ausrutschen. Wir sind froh, dass wir das Skigebiet unversehrt erreichen. Im letzten Sonnenlicht und auf einer frisch präparierten Piste ziehen wir eine erste Spur in den Schnee und freuen uns über den Gipfelerfolg. Einfach ein traumhafter Start in unseren Vanurlaub.

Zurück am Campervan von LionCamper überlegen wir, wo wir mit unserer Rock and Snow Tour weitermachen. Wir versuchen es im Virgental und schlagen am Startpunkt der Tour zum xxxx unser Nachtlager mitten in der Natur auf. Das Dachzelt ist in 30 Sekunden hochgefahren und mit den eingebauten Rollos schaffen wir uns in kurzer Zeit ein gemütliches Nachtlager. Ein schönes Plätzchen mit rauschendem Bach nebenan haben wir ausgewählt, nur leider sehen wir erst am nächsten Morgen, dass in diesem Tal überhaupt kein Schnee liegt. Beim Frühstück schmeißen wir die Pläne um und fahren ein Tal weiter, da wir dort im Skigebiet starten können.

Harschige Skitour im Defereggental

 

Das Defereggental bietet eine hohe Vielzahl an Skitourenmöglichkeiten und ist noch ein echter Geheimtipp. Wir nehmen uns den 2.688 m hohen Langschneid vor, der zunächst durch ein lawinenträchtiges Tal führt, doch an den meisten Stellen sind die Lawinen schon abgegangen. Nach dem flachen Talstück folgt eine 40° steile Steilstufe, an der wir dann doch mal kurz unsere Ski tragen. Zu unsicher sind wir noch bei der Spitzkehre und auch die harschigen Bedingungen bieten nicht unbedingt besten Halt mit Skiern. Für Harscheisen anlegen, ist es an dieser Stelle zu spät – man sollte diese unbedingt im flacheren Gelände anziehen!

Das Tragen kostet Kraft und Zeit. Zu langsam kommen wir an diesem Tag voran, so dass wir den Gipfel für den heutigen Tag aus unserem Kopf streichen. Nach guten 1.000 Höhenmetern fellen wir ab und wagen uns an die verharschte Abfahrt, für die wir auch mehr Zeit einplanen müssen. Außerdem wollen wir nicht schon wieder so spät am Bus sein, damit wir eine vernünftige Tourenplanung machen können und etwas Zeit für Vanlife bleibt – es ist ja schließlich Urlaub.

Frau im Schneegelände bei einer Skitour auf der Rock and Snow Tour

Next Rock and Snow Tour Stop: Felbertauern


Auf dem Parkplatz in Felbertauern nahe dem Matraier Tauernhaus, verdeckt von einer hohen Schneekante fühlt sich unser Bulli und wir uns wohl. Während Marc Pasta mit viel Gemüse zubereitet, checkt Jacqueline die Tour für den nächsten Tag. Eine leichte Skihochtour auf den fast 3.000 m hohen Hochgasser steht auf dem Programm. Diesmal können wir fast am Parkplatz starten und sind endlich mal früh genug dran. Der südwestliche Aufstiegsweg ist aber schon ziemlich ausgeapert und wieder einmal müssen wir die Ski tragen – so fühlen sich also Frühlingsskitouren an. 🙂 Man muss aber dazu sagen, dass die Schneelage dieses Jahr unterdurchschnittlich und eher typisch für Ende April oder gar Mai ist. Doch nach der ehemaligen Seilbahnstation (Bauruine) treffen wir auf eine geschlossene Schneedecke.

Aufstieg der Rock and Snow Tour zum Hochgasser

Der ursprünglich gedachte Aufstiegsweg sieht sehr lawinenträchtig aus, daher schließen wir uns den anderen Skitourengehern an und benutzen den Abfahrtsweg. Da die Sonne mittlerweile runter brennt und die Lawinengefahr im Tagesgang steigt, gönnen wir uns keine Pause. Erst als wir die etwas kritische Querung gemeistert haben ist ein kurzer Pausensnack drin, aber lange verweilen wir nicht. Der Weg sieht noch lang aus zum Gipfel und der mittlerweile schon aufgefirnte Schnee macht es deutlich mühsamer. Sogar die Felle fangen schon an zu stollen, glücklicherweise haben wir Fellwachs dabei. 50 Höhenmeter unterhalb es Gipfels machen wir unser Skidepot, die restlichen Meter sind uns doch etwas zu steil und der Schnee ist hier oben wieder sehr harschig. Steigeisen hätten hier durchaus Sinn gemacht.

Traumhaftes Panorama gegenüber vom Großvenediger

Ausblick zum Großvenediger auf der Rock and Snow Tour


Sehr vorsichtig schlagen wir uns ein paar Tritte in den harten Schnee. Und dann stehen wir oben am Hochgasser, direkt gegenüber dem Großvenediger und genießen das Panorama. Alle Mühen waren das wert und der beste Part steht uns noch bevor: Firnabfahrt mit dieser tollen Aussicht! Wir sind übrigens mal wieder die letzten an diesem Tag und hoffen inständig, dass die Schneedecke noch trägt. Schnell abgefellt und umgebaut, düsen wir bergab. Da wir natürlich immer wieder gucken müssen wo wir langfahren, damit wir nicht vor einer steilen Felsstufe stehen, geht das auch alles nicht so schnell. Doch überraschenderweise finden wir eine Route, die uns eine Abfahrt fast bis zum Parkplatz ermöglicht. Wow, das war wieder ein genialer Skitourentag auf unserer Rock `n Snow Tour, den wir gemütlich im Bus bei Risotto und Vino ausklingen lassen. Ja, auch so etwas kann man dank der super Campingausstattung von LionCamper im Bus zubereiten!


Neuer Morgen, neue Skitour….

Wir entscheiden uns für eine weitere Tour in dem Gebiet und diesmal für einen sehr frühen Aufbruch, damit wir nicht wieder mit dem Nassschneeproblem konfrontiert sind. Im Schein unserer Stirnlampen glitzert die dünne Frostschicht auf den Skiern und dem Schnee, während es im Hintergrund langsam anfängt zu dämmern. Zügig kommen wir auf der Forststraße voran und erreichen bald den langen und etwas unangenehmen Quergang am Riegelkopf.

Da der Hang sehr steil ist, und die Schneedecke noch leicht gefroren, legen wir die Harscheisen an – eine gute Entscheidung. Mit jedem Meter wird das Gelände alpiner und wir schlängeln uns durch eine felsdurchsetzte hochalpine Landschaft. Auf Höhe des Dabersees erblicken wir unser Ziel, den Sillingkopf und den benachbarten Gipfel Ammertaler Höhe. Vor uns sind vier Tourengeher, die schon fast am Ziel sind und somit einen guten Abstand zu uns haben. Aber wir sind auch noch zeitig genug dran. Als wir die Sillingscharte erreichen, sind wir überrascht, dass es erst neun Uhr morgens ist, es hatte sich schon wie Mittags angefühlt. Zum Sillingkopf führt ein steiles Firnfeld, jedoch bereuen wir unsere Entscheidung den steilen Gipfelaufbau mit Ski angegangen zu sein, denn der Schnee ist pickelhart.

Frau mit Ski durch eine Felsformation beim Aufstieg zum Sillingkopf

Materialtausch an der Scharte

Kurzerhand drehen wir wieder um und legen auf der Scharte unser Skidepot und unsere Steigeisen an. Die zwölf Stahlzacken beißen sich in den harschigen Schnee und bieten uns besten Halt. Wenig später erreichen wir über einen exponierten kurzen Grat den ungeschmückten Gipfel des Sillingkopfes. Wir gönnen uns endlich eine längere Pause und können ausgiebig den Blick auf den Großglockner, den Großvenediger und den Hochgasser genießen, bevor die Abfahrt über den Aufstiegsweg auf uns wartet.

Erstaunlich weich und nass ist der Schnee schon am Mittag als wir abfahren. Wir finden zwar noch eine Spur auf Schneeresten die uns fast bis zum Parkplatz runter führt, doch die Schneefelder sind schon deutlich kleiner geworden im Vergleich zu den Vortagen. Es fühlt sich wie das Ende der Skitourensaison an, daher steht für uns nun fest: Raus aus dem Winter und rein in den Frühling am Gardasee.

Rock `n Snow Tour mit Alpinklettern am Gardasee

Am nächsten Morgen wachen wir mit unserem Bulli zwischen Olivenhainen und Palmen auf, unmittelbar an den Kletterwänden der Sonnenplatten. Die Sonne wärmt uns bereits zum Frühstück, so dass wir unseren Kaffee draußen genießen können. Während die Felle nochmal zum Trocknen draußen hängen, tauschen wir unsere Skiausrüstung im Rucksack gegen die Klettermaterialien ein. Ein entspannter Morgen, denn wir laufen nur zehn Minuten bis zum Einstieg der Kletterwand. Zum reinkommen in die Saison starten wir wieder mit der leichtesten Route der Wand; der Via del 46 Parallelo in sechs Seillängen. Die ersten Meter sind ungewohnt und fordern den Kopf. Doch mit jedem Meter werden wir wieder sicherer mit Gelände und Seilmanagement und können den griffigen Fels und die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut genießen.

 

Wir sind endlich im Frühling angekommen.


Während Jacqueline Pasta im Bus zubereitet, sucht Marc die nächste Klettertour aus. Denn Corno di Bo ist ein ideales Anfängergebiet für Mehrseillängen in imposanter Kulisse des Gardasees. An den Platten ist Reibungsklettern angesagt, leider zum Teil auch schon etwas abgespeckt, aber man findet noch Halt. Die Routen bieten viele Zwischensicherungen und Standplätze und ideales Abseilgelände, so dass wir hier in den Genuss vieler Abseilübungen kommen. Eine gute Vorbereitung für unser nächstes Abenteuer.

Über den Südwestgrat zum Monte Gaino


Am Westufer des Gardasees, südlich von Limone, befindet sich der Klettergarten Monte Gaino. Ein herrlicher, gut gesicherter Klettergarten mit tollem Fels. Wir wollen aber nicht nur den Wandfuß bestreiten, sondern zum Monte Gaino über den Südwestgrat hinauf. Eine alpine Unternehmung mit 700 Klettermetern und nur die ersten zwei Seillängen bieten Bohrhaken. Danach müssen wir unsere Standplätze an Sanduhren und Bäumen selber anlegen, die Möglichkeiten sind auf der Route aber recht zahlreich.

Die schwierigen Kletterstellen kann man laut der Topo umgehen, was wir auch versuchen. Doch wir finden nicht den richtigen Weg. Wir schlagen uns zunächst durch den Wald, der aber bald buschiger wird und ein Durchdringen ist fast unmöglich. Ein weiterer Versuch nach oben zu gelangen schlägt fehl, da das Gelände wieder steiler und felsiger wird. Wir sehen keine leichten Kletterstellen, wie angegeben und entscheiden uns durch den Wald abzusteigen.
 
Doch auch hier wird das Gelände immer steiler, bis wir wieder vor Felskanten stehen an denen ein runter kommen undenkbar erscheint. Fast 1,5 Stunden gehen so verloren, ohne dass wir uns einen Meter bewegt in die richtige Richtung bewegt haben. Den Gipfel haben wir uns mittlerweile aus dem Kopf geschlagen. Es bleibt nur noch die ungünstigste Variante für uns übrig, zurück zur Wand und Abseilen über Felsköpfe und Baumstandplätze. Doch auch hier gestaltet sich die Routenfindung nicht so leicht. Das gestufte Gelände lässt keine weiten Blicke zur Orientierung zu und überhaupt sieht die Route aus der Perspektive von oben anders aus. Wir erkennen unsere Kletterstellen kaum wieder.
 

Der Abstieg ins Ungewisse

 
Da uns die Zeit im Nacken sitzt, müssen wir eine Entscheidung treffen. Über möglichst kurze Strecken seilen wir uns ab, immer Ausschau haltend nach der nächsten Standplatzmöglichkeit. Der ungewisse Ausgang ruft ein wirkliches Abenteuergefühl hervor und wir hoffen inständig uns nicht nochmal zu versteigen. Damit wir genügend Material haben, schneiden wir die Prusikschlingen passend mit dem Messer zurecht (Geht hervorragend!). Plötzlich glänzt uns ein Bohrhaken entgegen, dann noch einer und noch einer.
 
Begeistert ruft Jacqueline Marc die positive Nachricht zu. Wir haben den Klettergarten erreicht! Endlich können wir auch den Sonnenuntergang und den Blick auf den Gardasee wieder genießen. Tatsächlich erreichen wir den Wandfuß an anderer Stelle als eingestiegen. Was für ein Abenteuer. Erst zurück am Bus senkt sich der Adrenalinspiegel und wir verspüren wieder Bedürfnisse wie Hunger und Durst. Wir suchen uns mit unserem Bulli die nächste Parkbucht am Gardasee, um dort die letzte Nacht zu verbringen. Bei atemberaubenden Blick auf den Lago und einem wohlverdienten Bierchen, lassen wir den Tag und unseren erlebnisreichen Vanurlaub mit LionCamper Bullis Revue passieren.
 
Und ja wir träumen schon vom nächsten Van-Abenteuerurlaub!
 
 

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